Ein Jugendbuch über Genderklischees


"Weit ... weit ... sehr weit draußen in der Tiefe des Alls, dort, wo kein Sonnenstrahl mehr wärmt und das Licht der Sterne kalt und teilnahmslos ist, taumelt ein kleiner Planet auf unbestimmten Bahnen einer ungewissen Zukunft entgegen. Es ist der Wanderplanet Daduu. Und beinahe wären die Ereignisse, die sich auf diesem kleinen Planeten zugetragen haben, niemals erzählt worden, denn für eine Weile sah es so aus, als würde niemand übrig bleiben, der sie erzählen kann..."


So beginnt die Geschichte von Nupf, einem kleinen Waisenwesen, dem, kaum dass es geschlüpft ist, die Aufgabe zufällt, diesen wundersamen Planeten vor dem Untergang zu retten.

Auf den ersten Blick ist die Geschichte von NUPF und seinem ungleichen Weggefährten GRONK ein Kinderbuch mit Fabelwesen. Es ist aber viel mehr und es thematisiert ein aktuelles Gesellschaftsthema: In vielen Ländern wie beispielsweise ganz aktuell in Ungarn erleben wir ein Rollback der Vielfalt und der Selbstbestimmung von LGBTQ-Menschen.

Und so thematisiert NUPF auch diese Entwicklungen auf seine ganz eigene Weise - es ist eine Geschichte über das Verlorensein in einer fremden, verstörenden Welt und über die großen Fragen des Lebens: Woher komme ich? Wo gehöre ich hin? Wer bestimmt, was ich bin? Kann ich beschließen, etwas anderes zu sein? Eine Geschichte über geschlechterspezifisches Verhalten, die Komik von Genderklischees und die Suche nach der eigenen geschlechtlichen Identität – beseelt mit einzigartigen fantastischen Persönlichkeiten.  

Nupf (oben) und sein Freund Gronk (unten).


Darüber hinaus ist NUPF aber auch eine Geschichte über das ewige Ringen der weiblichen Intuition mit der männlichen Rationalität, dem fortwährenden Widerstreit zwischen Spiritualität und Wissenschaft, zwischen Mystik und Nihilismus. Bisschen hochgegriffen für ein Buch für junge Menschen? Es ist ein Buch für Jung und Alt, denn den eigenen Blickwinkel zu verändern und zu hinterfragen, sollte nicht an Altersgrenzen stoßen. 

Hinter der Autorin Brahoula T. Beatnik steckt der Schauspieler Laurent Daniels. Daniels war in den 90er-Jahren fester Bestandteil der RTL-Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", wo er den ersten Homosexuellen in einer deutschen Serie im Privatfernsehen spielte. Der heute 58-Jährige lebt mit seinem langjährigen Partner in Berlin. Das Buch ist bei Amazon als gedrucktes Buch und als E-Book erhältlich. Eine Lesetour ist in Planung. Mehr gibt es HIER.

Autor Laurent Daniels

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