Mutig und stark! Der Film Moffie!


Wir schreiben das Jahr 1981. Südafrika zur Zeit der Apartheid. Wie alle weißen jungen Männer muss auch Nicholas Van der Swart seinen zweijährigen Militärdienst leisten, um das Regime vor der Bedrohung durch den Kommunismus und die „Schwarze Gefahr“ zu verteidigen.

Dass Nicholas schwul ist, darf dabei niemand wissen, denn wer in der Truppe als „moffie“ erkannt ist, wird brutal schikaniert und gequält. Doch dann verliebt sich Nicholas in seinen Kameraden Dylan.


Man sollte sich mit Superlativen zurückhalten, will man eine Filmkritik schreiben – doch bei „Moffie“ fallen einem beim besten Willen nur Worte wie „großartig“ und „absolut sehenswert“ ein. Warum? Nun, da wäre zum einen die epische Bildsprache von Regisseur Oliver Hermanus, die dem Buch von André-Carl van der Merwes mehr als gerecht wird.

Zum anderen wirft Hermanus in seinem Film das Licht auf einen dunklen Aspekt der Weltgeschichte, der fast gänzlich in Vergessenheit geraten ist. Ein Film, der zeigt, wie fast ein Jahrhundert lang südafrikanische Männer geformt wurden – und dabei zudem die immer noch schwierige Situation schwuler Männer im Militärdienst thematisiert.


Ein Drama und ein Überlebenskampf, das uns im Herzen berührt und uns nicht mehr loslässt. Und ganz tief im Kern der Geschichte steht der Wille, schändliche Worte wie den „moffie“ oder ebenbürtig die „Schwuchtel“ in Deutschland ihrer Kraft zu berauben. Hermanus bringt es auf den Punkt:

"Wir leben in einer globalen Kultur und erleben noch immer die Verfolgung der LGBTQ-Gemeinschaft auf der ganzen Welt. Zur gleichen Zeit wird die Stimme dieser globalen Gemeinschaft lauter gehört als je zuvor. Ein Film wie „Moffie“ soll uns daran erinnern, woher wir kommen, was wir ertragen und erlitten haben und weshalb es so wichtig ist, niemals aufzuhören, sich stolz zu Wort zu melden."

Credit Bilder + Film: Salzgeber

Autor: Michael Soze

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