Robin Höhn – der perfekte Club-Sound!


Die Clubs sind zu und die Beats sind verstummt. 2020 war ein schlechtes Jahr für Künstler. Die Sehnsucht indes, den Körper mit der Musik im Nebel der bunten Lichtershows schwingen zu lassen, ist und bleibt groß. Musik ist unendlich, sie gehört zu uns, und sie gehört in unsere Köpfe. Weil Musik auch in Zeiten einer Krise so wichtig ist, geben viele Künstler nicht auf. Sie schreiben, sie komponieren, sie musizieren. So auch Robin Höhn.

Schon seit klein auf hat der gebürtige Coburger Robin Höhn den Drang, sich künstlerisch auszuleben. Ob am Theater, als Model, als Tänzer, als Komponist, Performer oder hinter den Kulissen. 2009 sammelte er erste Bühnenerfahrungen im Erfolgsmusical „Oliver Twist“, in dem er die Rolle des Noah Claypole übernahm. Von 2011 bis 2016 war er am Landestheater Coburg in Stücken wie „Blues Brothers“, „Lohengrin“, „Ein Sommernachtstraum“, „Rinaldo“, „Sein oder Nichtsein“ zu sehen und choreografierte unter anderem den Klassiker „Albert und Viktoria“. Als Model war er für internationale Modemagazine tätig und lief unter anderem auf der Mercedes Benz Fashion Week. 2017 wurde er dann offiziell zum Gesicht seiner Heimatstadt Coburg ernannt.

Als Tänzer arbeitete er bereits für Größen wie Culcha Candela, Foreigner, Como und Fly Girl. Der aufstrebende Künstler, der seit 2016 in Berlin wohnt, arbeitet nun an seiner Musik-Karriere und seinem ersten Debüt-Album. Für Musik, Text und Komposition zeichnet sich Robin komplett selbst verantwortlich und vereint in dem Prozess alle Skills, die er in den vergangenen Jahren im Business gelernt hat.


Robin, wie kommt man vom Modeln und Tanzen zur Musik?

Musik und Tanz waren schon immer wichtige Bestandteile meines Lebens, wenn nicht sogar die wichtigsten. Mit dem Modeln habe ich angefangen, weil ich es sehr spannend finde, nicht nur auf der Bühne eine Rolle einzunehmen, sondern mit Gesicht und Körper vor der Kamera verschiedene Charaktere zu verkörpern. Als ich gemerkt habe, wie viel Spaß mir das Modeln bringt, bin ich am Ball geblieben, habe mich durch Castings gekämpft und bei jedem Shooting 100 Prozent gegeben, um Bilder und Momente für die Ewigkeit zu schaffen.

Der Weg zur ersten eigenen Single ist immer schwer. Deine erste Single FAKE ist gerade erschienen! Welche Erfahrungen hast du auf diesem Weg gemacht?

Auf dem Weg zur Selbstverwirklichung werden einem oft Steine in den Weg gelegt und man muss mit viel Ablehnung kämpfen. Der kreative Prozess, also das Songwriting und Produzieren, ist der Teil, der mich sehr erfüllt. Aufgeregtheit und Enthusiasmus gehören genauso dazu, wie Druck und manchmal auch Selbstzweifel.

Warum glaubst du, dass es immer noch sehr wenige geoutete schwule Sänger in Deutschland gibt? 

Ich habe leider schon öfters am eigenen Leib erfahren, wie es ist, aufgrund der Sexualität abgelehnt oder gar nicht erst erwogen zu werden. Da viele Labels, Agenturen oder Menschen in hohen Positionen heutzutage immer noch der Meinung sind, homosexuell zu sein wäre schädlich für eine Karriere. Viele schwule Männer werden in ihrem Leben oft mit Mobbing und anderen unfairen Dingen konfrontiert. Aus Angst, dies auch öffentlich zu erleben, haben viele aus Selbstschutz das Bedürfnis entwickelt, ihre sexuelle Identität zu verbergen. Künstlerische wie menschliche Vielfalt ist wertvoll und sollte nicht untergraben werden. Die Welt ist bunt und das ist auch gut so.


Was muss ein guter Song haben?

Für mich muss ein guter Song Dramaturgie haben. Ich liebe es, Songs nicht nur zu hören, sondern vor allem zu fühlen. Es gibt Songs, an denen ich mich nicht satthören kann.

Wie würdest du deine Musik beschreiben?

Meine Musik ist sehr elektronisch, mit vielen Einflüssen aus allen möglichen Genres. Vom Gefühl her, ist meine Musik sehr düster und kraftvoll. Ich habe bei der Entstehung meiner ersten Songs alles einfließen lassen, worauf ich Lust hatte und viel mit Chören, neuen Sounds, sowie mit Orchester-Elementen experimentiert.

Deine erste Single "Fake" ist vom Titel her sehr aktuell. Stichwort "Fake News". Was war deine Intension für diese Single?

 Ich bin jemand, der große Schwierigkeiten damit hat, wenn jemand unehrlich und falsch ist. Wenn ich so ein Verhalten mitbekomme, spreche ich das sofort an. Darauf stehen die Wenigsten! Menschen erzählen aus blöden Gründen oft Dinge, die zu unnötigen Reibereien führen und können es dann meistens nicht ab, wenn sie jemand damit konfrontiert. Solche Situationen hatte ich in den vergangenen Jahren häufiger und griff deshalb zu Stift und Papier, um einen weiteren Weg zu finden, damit umzugehen. Auch wenn es manchmal Überwindung kostet, die Wahrheit zu sagen, ist es dennoch wichtig und richtig. Schreiben ist ein sehr gutes Ventil, um Dinge zu verarbeiten und loszulassen.


Dein CD-Cover erinnert an eine Büste aus der Antike. Wieso?

Schon immer haben mich die Mythen und Figuren aus antiken Zeiten sehr interessiert und besonders inspiriert. Geschichten über Helden, Götter und andere Kreaturen sind für mich eine große Quelle der Inspiration. Für mich war klar, ich möchte etwas künstlerisch Wertvolles machen, womit ich mich identifizieren kann.

Du arbeitest auch schon an deinem ersten Album. Was kannst du uns darüber schon verraten? 

Meine Songs sind alle sehr persönlich, weil ich jeden Song selbst schreibe. Ich möchte etwas kreieren, was noch nie zuvor dagewesen ist, anders und neu ist, aber trotzdem so viele Menschen wie möglich anspricht und erreicht. Meine Songs sind sehr Beat-lastig und frisch. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, ausschließlich Up-Tempo-Nummern zu produzieren.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Ich sehe mich auf der Bühne, im Studio, vor und hinter der Kamera. Ich habe so viele Ideen, die ich alle in die Welt tragen möchte. Auch wenn der Druck manchmal enorm ist, liebe ich diesen Beruf und möchte mich im Showbusiness weiter entfalten und ausprobieren.


Die neue Hit-Single Fake gibt es überall via Download.

Das Video zu Fake gibt es hier.

Credit Bilder:

Photograf Ulrich Hartmann, Outfit: Gaillard Vivant

Make-Up: Julia Hahn, Hair: Erdmann/Schmitt

Assistent: Austin Fassino

Mehr zu Robin Höhn auf Instagram.

Das Interview führte Sebastian Ahlefeld


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